KOPFKINO ADHS & Autismus · Coaching & Beratung
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Szenische Darstellung
Filmplakat Selbstwert

Kopfkino präsentiert · Ein innerer Film

Selbstwert

«Bin ich okay, so wie ich bin?»

Egal wie viel du leistest oder wie sehr du dich anpasst – das Gefühl, wirklich genug zu sein, will sich nicht einstellen. Dieser Film erzählt, warum der Selbstwert bei ADHS und Autismus so oft ins Wanken gerät, und wie du beginnst, dir selbst zu glauben.

Ein Film über Lob, das abrutscht. Kritik, die bleibt. Auf der Suche nach einem faireren Massstab.

Lesezeit etwa 6 Minuten8 Kapitel

Du bist nicht undankbar für das, was gut läuft. Aber ein alter Massstab läuft mit, an dem du nie ganz bestehen konntest.

Kapitel 1 von 8: Kennst du das?

Ich müsste doch eigentlich zufrieden sein

Von aussen läuft vieles gut – der Job funktioniert, die Beziehungen halten, du giltst als zuverlässig. Trotzdem trägst du ein leises, hartnäckiges Gefühl mit dir herum: dass du eigentlich nicht genügst. Lob rutscht ab, Kritik bleibt hängen. Ein Fehler wiegt schwerer als zehn gute Momente zusammen.

Nach aussen wirkst du oft selbstsicher – innerlich führst du ein ständiges Verhör mit dir selbst.

Kapitel 2 von 8: Worum geht es?

Was bedeutet geringer Selbstwert bei ADHS und Autismus?

Geringer Selbstwert bzw. ein geringes Selbstwertgefühl bei neurodivergenten Menschen beschreibt ein tief verankertes Gefühl, im Kern nicht richtig oder nicht genug zu sein. Anders als gelegentliche Unsicherheit ist dieses Gefühl beständig.

Wenn Lob bei dir kaum ankommt, Kritik aber tagelang nachhallt, und du das Gefühl hast, dich für dein Sosein ständig rechtfertigen zu müssen, deutet das auf mehr hin als gewöhnliche Selbstzweifel.

Das betrifft nicht jede neurodivergente Person gleich: Manche entwickeln trotz ihrer Herausforderungen einen stabilen Selbstwert – oft, weil sie früh Verständnis, Unterstützung und passende Umgebungen erlebt haben.

Kapitel 3 von 8: Wie zeigt es sich?

Wie zeigt sich geringer Selbstwert im Alltag?

Diese Momente kennen viele:

  • Komplimente nimmst du kaum an, während Kritik dich tagelang beschäftigt.
  • Du vergleichst deine Leistung ständig mit einem Massstab, der nie ganz erreichbar scheint.
  • Erfolge schreibst du eher Glück oder Anstrengung zu, kaum deiner eigentlichen Fähigkeit.
  • Du entschuldigst dich häufig, auch für Dinge, die keine Entschuldigung brauchen.
  • Anerkennung von aussen fühlt sich nie ganz ausreichend an, um das innere Zweifeln zu beruhigen.
  • Du hast das Gefühl, immer erst etwas leisten zu müssen, bevor du dir erlaubst, zufrieden mit dir zu sein.

Kapitel 4 von 8: Warum es so ist

Warum entsteht geringer Selbstwert bei ADHS und Autismus?

Von klein auf bekommen viele neurodivergente Menschen Rückmeldungen, die ihr Anderssein als Fehler benennen: «zu laut», «zu chaotisch», «zu empfindlich», «zu wenig Anstrengung». Diese Kommentare häufen sich über Jahre, lange bevor jemand die eigentliche Erklärung erkennt oder benennt: eine neurodivergente Art, wahrzunehmen und zu verarbeiten. Das Kind übernimmt die Bewertung, nicht die Erklärung.

Dieser innere Massstab bleibt oft bis ins Erwachsenenalter aktiv, selbst wenn längst eine Erklärung da ist – Wissen allein löscht keine über Jahre eingeübte Selbstbewertung.

Warum fühlt sich geringer Selbstwert so an?

Der innere Massstab, an dem du dich misst, fühlt sich inzwischen an wie eine Tatsache, nicht wie eine Meinung, die widerlegt werden könnte.

Deshalb heben Erfolge den Selbstwert selten dauerhaft an: Der Massstab selbst müsste sich ändern, nicht nur die Beweislage.

Was wird oft missverstanden?

  • «Du bist doch erfolgreich, wieso zweifelst du an dir selbst?» — Äusserer Erfolg und innerer Selbstwert sind zwei unabhängige Dinge, besonders wenn der Selbstwert früh beschädigt wurde.
  • «Du musst einfach mehr an dich glauben.» — Selbstwert lässt sich nicht per Willensentscheidung ändern, sondern braucht Zeit und neue Erfahrungen.

Kapitel 5 von 8: Mögliche Folgen

Was kostet geringer Selbstwert?

Ein dauerhaft angeschlagener Selbstwert kostet Energie, die eigentlich für Beziehungen, Kreativität oder Ruhe gebraucht würde – sie fliesst stattdessen in ständige Selbstüberprüfung. Viele überkompensieren durch Perfektionismus oder ständige Erreichbarkeit, um den inneren Zweifel zum Schweigen zu bringen.

Auf Dauer erschöpft dieser innere Kritiker oft mehr als äussere Anforderungen, weil er keine Pause kennt.

Dein Selbstwert ist nicht kaputt. Er wurde nur nach einem Massstab gebaut, der nie für dich gemacht war.

Kapitel 6 von 8: Erste Schritte

Was kann dir helfen?

  • Sammle bewusst Momente, in denen du dir selbst treu warst, statt nur Leistungen zu zählen.
  • Übe, Komplimente anzunehmen, ohne sie sofort zu relativieren.
  • Trenne bewusst zwischen dem, was du tust, und dem, wer du bist.
  • Sprich mit Menschen, die dich so kennen und schätzen, wie du bist.
  • Frage dich regelmässig: «Würde ich so mit einem Menschen sprechen, den ich liebe?» Wenn nicht, warum mit dir selbst?
Du musst dir nichts beweisen, um genug zu sein. Du darfst es einfach glauben lernen.

Kapitel 7 von 8: Wie ich dazu arbeite

Wie wir im Coaching vorgehen

Verstehen

Der Blick auf den eigenen Wert kann sich über viele Jahre entwickeln und je nach Situation oder Lebensbereich unterschiedlich ausfallen. Wiederholte Kritik, Vergleiche, Ausgrenzung oder das Gefühl, sich ständig anpassen zu müssen, können prägen, wie du heute über dich denkst. Im Coaching geht es nicht darum, dir einzureden, dass du einfach positiver denken musst. Zuerst möchten wir gemeinsam verstehen, welche Erfahrungen, Erwartungen und inneren Bewertungen dein Selbstbild beeinflusst haben und in welchen Situationen Selbstzweifel besonders stark werden.

Annehmen

Gemeinsam schauen wir ohne Bewertung auf Überzeugungen und innere Sätze, die dich begleiten. Wo könnten sie entstanden sein? In welchen Situationen werden sie besonders laut? Welche Erfahrungen scheinen sie zu bestätigen – und welche passen nicht dazu? Abwertende Sichtweisen können vertraut und glaubwürdig wirken. Sie sagen dennoch nicht abschliessend aus, wer du bist oder welchen Wert du hast. Mehr Verständnis kann helfen, diese Bewertungen einzuordnen und dir mit mehr Mitgefühl zu begegnen.

Orientieren

Du musst dir deinen Wert nicht jeden Tag neu verdienen. Gemeinsam suchen wir nach Möglichkeiten, einen freundlicheren und realistischeren Umgang mit dir selbst zu entwickeln: abwertende innere Sätze wahrnehmen und prüfen, eigene Bedürfnisse und Grenzen ernster nehmen, Fähigkeiten und Ressourcen erkennen und Entscheidungen stärker an dem ausrichten, was dir wichtig ist. Wir schauen auch darauf, welche Beziehungen und Bedingungen dir Respekt, Zugehörigkeit und Entwicklung ermöglichen.

Verändern

Veränderung bedeutet hier nicht, ein neuer Mensch zu werden oder nie wieder an dir zu zweifeln. Sie kann bedeuten, alte Bewertungen weniger automatisch für wahr zu halten, deinen Wert nicht ausschliesslich von Leistung, Anpassung oder Anerkennung abhängig zu machen und dir auch in schwierigen Momenten respektvoll zu begegnen. Manche Selbstzweifel bleiben möglicherweise spürbar, müssen aber nicht jede Entscheidung bestimmen. Wenn starke Selbstabwertung, Hoffnungslosigkeit, depressive Symptome oder belastende frühere Erfahrungen im Vordergrund stehen, ist eine psychologische beziehungsweise psychotherapeutische Abklärung und Begleitung sinnvoll. Bei akuter Selbstgefährdung braucht es umgehend professionelle Krisenhilfe: In der Schweiz erreichst du rund um die Uhr die Dargebotene Hand unter 143, im Notfall die 144.

Kopfkino ist keine Psychotherapie, keine medizinische Behandlung und keine Diagnostik. Coaching kann eine Behandlung ergänzen.

Zum passenden Angebot

Kapitel 8 von 8: Häufig gefragt

Häufige Fragen zu Selbstwert bei ADHS und Autismus

Ist geringer Selbstwert ein typisches Merkmal von ADHS oder Autismus?

Nicht direkt, aber eine häufige Folge jahrelanger negativer Rückmeldungen zum eigenen Anderssein.

Hilft eine Diagnose automatisch, den Selbstwert zu verbessern?

Sie kann helfen, vieles besser zu verstehen – ein stabiler Selbstwert nach der ADHS- oder Autismus-Diagnose braucht meist zusätzlich Zeit und neue Erfahrungen.

Warum verpufft Lob bei mir so schnell?

Weil dein innerer Massstab über Jahre auf Kritik trainiert wurde – positive Rückmeldungen finden darin oft weniger Halt.

Kann sich ein tief sitzender Selbstwert überhaupt noch verändern?

Ja, auch wenn es Zeit braucht – neue, wiederholte Erfahrungen können den inneren Massstab nach und nach verschieben.

Abspann

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Wenn du das Gefühl kennst, nie ganz genug zu sein, egal was du leistest, lass uns in einem kostenlosen Erstgespräch schauen, ob eine Begleitung dazu für dich passt.

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