KOPFKINO ADHS & Autismus · Coaching & Beratung
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Filmplakat Missverstanden

Kopfkino präsentiert · Ein innerer Film

Missverstanden

«Ich ecke an, ohne es zu wollen.»

Du wolltest nicht verletzen, nicht überfordern, nicht zu viel sein – und trotzdem kommt es immer wieder so an. Dieser Film erzählt, warum Missverständnisse in Beziehungen bei ADHS und Autismus so häufig entstehen und wie du dich trotzdem verstanden fühlen kannst.

Ein Film über Gut gemeint. Falsch angekommen. Auf der Suche nach echtem Verstehen.

Lesezeit etwa 6 Minuten8 Kapitel

Es ist dir nicht egal, wie du ankommst. Aber zwischen deiner Absicht und ihrer Wirkung geht oft etwas verloren.

Kapitel 1 von 8: Kennst du das?

Ich meinte das ganz anders

Ein Kommentar, eine spontane Reaktion, ein vergessener Rückruf – und schon steht der Vorwurf im Raum, du seist rücksichtslos, distanziert oder unzuverlässig. Dabei wolltest du genau das Gegenteil. Immer wieder erklärst du dich, ohne dass sich am Muster etwas ändert.

Mit der Zeit fängst du an, dich in Beziehungen zu fragen, ob mit dir grundsätzlich etwas nicht stimmt – obwohl du es die ganze Zeit gut gemeint hast.

Kapitel 2 von 8: Worum geht es?

Warum kommt es bei ADHS und Autismus häufiger zu Missverständnissen?

Kommunikation läuft bei neurodivergenten Menschen oft nach anderen Mustern ab: direktere Sprache, andere Reaktionsgeschwindigkeit, andere Prioritäten in Gesprächen. Was als ehrlich oder spontan gemeint ist, kann bei anderen als schroff oder unzuverlässig ankommen – nicht, weil die Absicht fehlt, sondern weil die Kommunikationsstile nicht zusammenpassen. Bei ADHS können dabei häufiger Impulsivität, Vergesslichkeit oder Ablenkbarkeit eine Rolle spielen, bei Autismus eher Unterschiede in sozialer Kommunikation, Reizverarbeitung oder Direktheit.

Wenn du merkst, dass du in Beziehungen wiederholt missverstanden wirst, obwohl deine Absicht eine ganz andere war, kann das mit unterschiedlichen Kommunikationsstilen zusammenhängen und ist kein persönliches Versagen.

Kapitel 3 von 8: Wie zeigt es sich?

Wie zeigt sich das im Alltag?

Diese Momente kennen viele:

  • Kommentare, die ehrlich gemeint waren, werden als verletzend aufgefasst.
  • Vergessene Absprachen wirken wie Desinteresse, obwohl es an Struktur, nicht an Zuneigung lag.
  • Du erklärst dich häufig, ohne dass sich das grundlegende Muster ändert.
  • Konflikte entstehen aus Kleinigkeiten, die eigentlich nicht so gemeint waren.
  • Du ziehst dich aus Angst vor erneuten Missverständnissen zunehmend zurück.
  • Nachrichten bleiben unbeantwortet und werden als Desinteresse verstanden, obwohl sie schlicht untergegangen sind.

Kapitel 4 von 8: Warum es so ist

Warum entstehen diese Missverständnisse gerade in engen Beziehungen?

In engen Beziehungen treffen unterschiedliche Kommunikationsstile besonders häufig aufeinander, weil viel spontan und ungefiltert kommuniziert wird. Impulsivität, Vergesslichkeit oder eine direkte Art werden dort schneller als persönlicher Angriff oder Desinteresse gedeutet, als es gemeint ist.

Hinzu kommt: Wiederholte Erfahrungen von Missverständnissen führen oft dazu, dass beide Seiten vorsichtiger und angespannter werden – was neue Missverständnisse eher wahrscheinlicher macht.

Warum fühlt sich das so an?

Wenn Absicht und Wirkung wiederholt auseinanderfallen, entsteht das Gefühl, die eigene Kommunikation grundsätzlich nicht unter Kontrolle zu haben – egal wie sehr man sich bemüht. Das untergräbt das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, verstanden zu werden.

Das erklärt, warum sich Beziehungen dadurch anstrengend anfühlen können, obwohl die Zuneigung echt ist: Die Kommunikation selbst wird zur Fehlerquelle, nicht die Beziehung an sich.

Was wird oft missverstanden?

  • «Wenn es dir wichtig wäre, würdest du dich klarer ausdrücken.» — Klarheit in der Kommunikation ist keine Frage des Willens allein, sondern auch des eigenen Kommunikationsstils.
  • «Du bist einfach zu direkt oder zu chaotisch.» — Diese Eigenschaften sind oft Teil einer anderen, nicht schlechteren Art zu kommunizieren.

Kapitel 5 von 8: Mögliche Folgen

Was kostet dieses wiederkehrende Missverstanden­werden?

Häufige Missverständnisse nagen am Selbstwert und können dazu führen, dass sich viele zurückziehen, um weitere Konflikte zu vermeiden. Beziehungen leiden, wenn beide Seiten das Gefühl haben, sich ständig erklären oder verteidigen zu müssen.

Auf Dauer kann das zu tiefer Einsamkeit führen – nicht aus Mangel an Nähe-Wunsch, sondern aus der Erschöpfung, immer wieder falsch verstanden zu werden.

Missverstanden zu werden tut nicht weniger weh, nur weil es nicht böse gemeint war.

Kapitel 6 von 8: Erste Schritte

Was kann dir helfen?

  • Erkläre deinen Kommunikationsstil dort, wo dir die Beziehung wichtig ist, statt zu erwarten, dass er automatisch verstanden wird.
  • Frag im Zweifel nach, wie etwas gemeint war, statt eigene Vermutungen als Wahrheit zu nehmen.
  • Sprich Missverständnisse zeitnah an, statt sie sich aufstauen zu lassen.
  • Suche dir Beziehungen, in denen dein Kommunikationsstil grundsätzlich Raum hat, statt ihn ständig rechtfertigen zu müssen.
  • Wiederhole wichtige Absprachen in eigenen Worten oder schriftlich, damit beide dieselbe Vorstellung haben.
  • Für die Sicht deiner Partnerin oder deines Partners gibt es die Seite «Wenn deine Partnerin oder dein Partner ADHS oder Autismus hat».
Du musst nicht jeden Kommunikationsstil teilen, um verstanden zu werden. Du brauchst Menschen, die deinen lernen wollen.

Kapitel 7 von 8: Wie ich dazu arbeite

Wie wir im Coaching vorgehen

Verstehen

Missverstanden zu werden, kann sehr verletzend sein. Manche Menschen erleben, dass sie sich wiederholt erklären und sich dennoch nicht wirklich gesehen oder verstanden fühlen. Im Coaching geht es nicht darum, dich besser anzupassen oder immer mehr Erklärungsarbeit zu leisten. Zuerst möchten wir gemeinsam verstehen, in welchen Situationen Missverständnisse entstehen, welche Bedeutungen die Beteiligten einer Aussage geben und welche Erfahrungen dein heutiges Erleben geprägt haben. Nicht eine Person kommuniziert dabei automatisch falsch – manchmal treffen zwei unterschiedliche Wahrnehmungs- und Kommunikationswelten aufeinander.

Annehmen

Gemeinsam schauen wir ohne Bewertung auf Situationen, in denen du dich missverstanden fühlst. Was wurde tatsächlich gesagt oder getan? Was wolltest du ausdrücken? Wie könnte die andere Person es verstanden haben? Und welche Gedanken und Gefühle hat die Situation bei dir ausgelöst? Missverständnisse können durch unterschiedliche Kommunikationsstile, Erwartungen, Erfahrungen, Bedürfnisse oder unausgesprochene Annahmen entstehen. Manchmal fehlt auf einer oder auf beiden Seiten die Bereitschaft, wirklich zuzuhören. Mehr Verständnis kann helfen, deine Wahrnehmung ernst zu nehmen, ohne automatisch dir selbst oder dem Gegenüber die gesamte Schuld zuzuschreiben.

Orientieren

Du musst nicht jeden Menschen von dir überzeugen und dich nicht ständig rechtfertigen. Gemeinsam suchen wir nach Möglichkeiten, die zu dir und der jeweiligen Beziehung passen: Bedürfnisse und Absichten klarer ausdrücken, bei Unsicherheit nachfragen, wichtige Absprachen konkretisieren und früh erkennen, wann ein Gespräch eine Pause oder einen anderen Rahmen braucht. Wir schauen auch darauf, wo gegenseitiges Verstehen wachsen kann, wo Grenzen notwendig sind und welche Beziehungen dir Respekt und echtes Interesse entgegenbringen.

Verändern

Veränderung bedeutet hier nicht, nie wieder missverstanden zu werden oder dich immer verständlich ausdrücken zu müssen. Sie kann bedeuten, deine eigene Wahrnehmung ernst zu nehmen, andere Perspektiven zu prüfen und nach einem Missverständnis klarer zu entscheiden: Möchte ich nachfragen, etwas erklären, eine Grenze setzen oder das Gespräch beenden? Gegenseitiges Verstehen lässt sich nicht erzwingen. Es kann aber dort wachsen, wo beide Seiten zuhören, Unterschiede respektieren und bereit sind, nach einem Missverständnis wieder aufeinander zuzugehen.

Kopfkino ist keine Psychotherapie, keine medizinische Behandlung und keine Diagnostik. Coaching kann eine Behandlung ergänzen.

Zum passenden Angebot

Kapitel 8 von 8: Häufig gefragt

Häufige Fragen zu Missverständnissen bei ADHS und Autismus

Warum ecke ich in Beziehungen immer wieder an, obwohl ich es gut meine?

Weil unterschiedliche Kommunikationsstile öfter zu Missverständnissen führen als fehlender guter Wille.

Ist das typisch für ADHS oder Autismus?

Bei ADHS und Autismus kommen andere Kommunikationsmuster häufig vor. In neurotypisch geprägten Beziehungen werden sie leichter missverstanden. Missverständnisse allein sind aber kein Hinweis auf eine Diagnose.

Kann sich das in Beziehungen verbessern?

Oft ja, wenn beide Seiten die unterschiedlichen Kommunikationsstile verstehen und benennen lernen.

Warum muss ich mich ständig erklären?

Weil Missverständnisse wiederkehren, bevor beide Seiten den jeweils anderen Kommunikationsstil kennen – Erklären ist dabei kein Zeichen von Schuld, sondern ein Übersetzungsschritt, der mit der Zeit seltener nötig wird.

Abspann

Du musst dich nicht komplett verändern, um verstanden zu werden

Wenn du in Beziehungen häufig aneckst, obwohl du es nie so gemeint hast, lass uns in einem kostenlosen Erstgespräch schauen, ob eine Begleitung dazu für dich passt.

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Im Erstgespräch lernen wir uns kennen und schauen gemeinsam, ob dein Anliegen und meine Begleitung zusammenpassen. Du musst nichts vorbereiten. Es reicht, wenn du mitbringst, was dich gerade beschäftigt.

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